Alte Dorfpumpen

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Wandgemälde an einem Wohnhaus in 07926 Gefell/Haidefeld




Die Dorfpumpe
Als es noch keine Wasserleitungen für jedes Haus gab, holte man das kostbare Nass mit Eimern und Wannen herbei. Das war oft ein mühevolles Unterfangen.
An diesen öffentlichen Gemeinschaftspumpen traf man nicht selten auf andere Dorfbewohner. Für einen Plausch war meist noch Zeit und so tauschte man Informationen über Erfreuliches und Unerfreuliches aus. Man erfuhr zum Beispiel, wer krank war, wer ein Kind erwartet, wer gestorben war…
Kurzum: Das Wasserholen von der „Pflumpf“ (volkstümlicher Name für Wasserpumpe im vogtländischen Raum) diente gleichzeitig auch kommunikativen Zwecken.
Das nebenstehende Wandbild illustriert eine solche typische Situation. -->

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Realtität: "Pflumpf" in 07937 Dobia (Ortsteil der Gemeinde Vogtländisches Oberland)

Die alten Dorfpumpen waren dem Prinzip nach Hebepumpen.
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Weitere Beispiele für Dorfpumpen im Vogtland:


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in 07937 Büna
(Ortsteil der Gemeinde Vogtländisches Oberland)
in 07937 Büna
(Ortsteil der Gemeinde Vogtländisches Oberland)
in 07957 Wellsdorf
(Ortsteil der Gemeinde Langenwetzendorf)
in 07985 Kleingera
(Ortsteil der Stadt Elsterberg)
Die Kleingeraer feiern seit Jahren
jährlich ihr "Pflumpfenfest".
in 07973 Obergrochlitz
(Greiz-Obergrochlitz/Eichleite)
in 07985 Görschnitz
(Ortsteil der Stadt Elsterberg)
Diese "Pflumpf" steht an der Straße
nach Cossengrün.
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in 07937 Bernsgrün
(Ortsteil der Gemeinde
Vogtländisches Oberland)
in 07973 Moschwitz
(Greiz-Moschwitz)
in 07937 Pansdorf
(Ortsteil der Gemeinde
Vogtländisches Oberland)

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Wo eine Dorfpumpe steht, ist auch ein Brunnen...

... und mit dieser Konstellation lässt sich auch der schöne Brauch des Schmückens von Osterbrunnen praktizieren, wie beispielsweise in Kleingera.

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Die "Pflumpf" in Kleingera wird seit Jahren
zu Ostern liebevoll geschmückt.
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Bildergalerie Nr. 1:

Empfehlung:
Zum Kennenlernen weiterer Beispiele von Dofpumpen bitte durch die nachfolgende Galerie blättern. Die Bildergalerie wird laufend ergänzt. Start der Galerie: Ostern 2007.

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Nachbetrachtung:

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Uralte Dorfpumpe in Steinsdorf bei Jößnitz. Diese "Pflumpf" funktioniert noch immer.
Dorfpumpe in Schönbach (Ortsteil der Gemeinde Vogtländisches Oberland). Eine Überdachung, die vor wenigen Jahren angebracht wurde, soll das historische Kleinod schützen und so noch lange erhalten (Ausdruck der Brauchtumspflege im Ort).

Die Dorfpumpe, auf vogtländisch auch liebevoll "Pflumpf" genannt, gehört fest zur Geschichte. Sie erzählt mit ein Stück vom Leben auf dem Lande vor Jahrzehnten und mehr. Nicht mehr in allen Dörfern trifft man auf solche technische Überlieferungen. Manche Kommunen bereuen heute im Zuge der erhofften Tourismusentwicklung den voreiligen Abriss solcher Pumpen im Ort.
Nur selten trifft man auf Beispiele wie in 08547 Steinsdorf, wo noch ein Pumpenhäuschen erhalten ist. Diese Ummantelung, in strengen Wintern auch zusätzlich mit Stroh verstärkt, sollte zu jeder Zeit die Wasserspende garantieren, was für Mensch und Tier lebensnotwengig war, denn Hausbrunnen konnten sich nur Begüterte leisten und Wasserleitungen gab es erst später. Eine Pumpe in der Art von der in Steinsdorf stand einst zum Beispiel auch in Greiz-Sachswitz.

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Repro



Die Dorfpumpe ist auch Gegenstand der Literatur.
Beispiel:
"Die alte Hofpumpe", Erwin Strittmatter
Kinderbuchverlag Berlin, 1979
Broschur, farbig illustriert
Illustraionen: Albrecht von Bodecker